Gemüse Anzucht im Haus – Zubehör, Pflanzenlampen & Anzuchtwagen-HACK

You are currently viewing Gemüse Anzucht im Haus – Zubehör, Pflanzenlampen & Anzuchtwagen-HACK

Gemüse Anzucht im Haus: Was du wirklich brauchst

Die Anzucht ist für mich jedes Jahr einer der schönsten Teile des Gärtnerns. Aus einem winzigen Samen entsteht innerhalb weniger Wochen eine kräftige Jungpflanze – und gerade für Kinder ist dieser Prozess unglaublich spannend.

Damit die Anzucht gelingt, braucht es keine komplizierte Ausstattung, aber ein paar Dinge machen es deutlich einfacher und stressfreier. Ich zeige und verlinke dir hier meine komplette Ausstattung. 

Anzuchtkasten als Zimmer-Gewächshaus 

Viele Anzuchtschalen haben eine transparente Haube. Sie sorgt für eine höhere Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Keimbedingungen. Sobald die ersten Keimlinge sichtbar sind, sollte die Abdeckung jedoch regelmäßig gelüftet oder ganz entfernt werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Kleine Töpfe für die größeren Jungpflanzen

Ich starte die Anzucht im Haus immer in kleinen Anzuchtschalen (siehe oben). Dort haben die Samen genau den Raum, den sie am Anfang brauchen, und ich kann mehrere Sorten übersichtlich nebeneinander ziehen. Sobald die Pflänzchen kräftiger werden und die ersten richtigen Blätter entwickelt haben, topfe ich sie in größere Töpfe (9×9 cm) und nährstoffreichere Gemüseerde um. So bekommen die Wurzeln mehr Platz, können sich stabil entwickeln und wachsen deutlich kräftiger und nährstoffreicher weiter, bevor sie später in ihre endgültigen Kübel auf der Terrasse ziehen.

Anzuchterde

Für Samen eignet sich spezielle Anzuchterde deutlich besser als normale Blumenerde. Sie ist feiner strukturiert und enthält weniger Nährstoffe. Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber wichtig: Zu nährstoffreiche Erde kann junge Keimlinge regelrecht „verbrennen“.

Anzuchterde sorgt dafür, dass die Wurzeln sich zunächst kräftig entwickeln und die Pflanze stabil wächst, bevor sie später in nährstoffreiche Gemüseerde umgesetzt wird.

Eine kleine Ballbrause oder Sprühflasche

Frisch gesäte Samen sind empfindlich. Wird zu stark gegossen, können sie weggeschwemmt oder zu tief in die Erde gedrückt werden.

Eine kleine Ballbrause oder eine feine Sprühflasche verteilt das Wasser sanft und gleichmäßig. Gerade in den ersten Tagen nach der Aussaat ist das enorm hilfreich. Ich bevorzuge eine Ballbrause, da man damit besser dosieren kann, als mit einer Sprühflasche.

Beschriftungsschilder

Es klingt banal, aber nach ein paar Wochen sehen viele Keimlinge erstaunlich ähnlich aus. Ohne Beschriftung weiß man schnell nicht mehr, was Tomate, Paprika oder Gurke ist.

Kleine Pflanzenschilder helfen, die Übersicht zu behalten – besonders, wenn Kinder mithelfen und mehrere Sorten gleichzeitig ausgesät werden.

Licht für meinen Anzuchtwagen

Licht ist bei der Anzucht oft der limitierende Faktor. Im Frühjahr sind die Tage noch kurz und die Lichtintensität reicht häufig nicht aus. Zu wenig Licht führt dazu, dass die Pflänzchen lange, dünne Stängel bilden und instabil werden.

Wenn ausreichend helle Fensterbänke vorhanden sind, kann das ausreichen. Bei uns war das nicht der Fall. Deshalb nutzen wir unseren Anzuchtwagen mit diesen Pflanzenlampen. Die zusätzliche Beleuchtung sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakt und kräftig wachsen. Weitere Infos dazu, findest du unten in der Anleitung zum Anzuchtwagen.

DIY Anzuchtwagen mit Licht (Anleitung unten)

Für die Anzucht im Haus nutze ich einen kleinen Rollwagen, den ich ganz praktisch als Anzuchtwagen umfunktioniert habe. So kann ich mehrere Ebenen flexibel nutzen und die Pflanzen je nach Lichtverhältnissen im Raum verschieben. An den Wagen habe ich zusätzlich Pflanzenlampen befestigt, damit die Jungpflanzen ausreichend Licht bekommen und kompakt wachsen. Eine genaue Anleitung mit Bildern, wie ich das umgesetzt habe, findest du weiter unten im Beitrag.

Werkzeuge

Für die Anzucht nutze ich außerdem ein kleines Pikierset. Damit lassen sich Samen sauber in die Erde setzen und junge Keimlinge vorsichtig vereinzeln, ohne die feinen Wurzeln zu beschädigen. Gerade wenn mehrere Sorten gleichzeitig vorgezogen werden, ist so ein Set wirklich praktisch und erleichtert die Arbeit enorm.

Pflanzmatte – optional aber praktisch

Ich finde eine Pflanzmatte sehr praktisch, da ich auch sehr oft drinnen arbeite. Vor allem im kalten Frühjahr befülle ich bei regnerischem Wetter die Anzuchttöpfe gerne drinnen oder vor der überdachten Haustür und habe dann lieber eine Unterlage.

Ein kleiner, aber wichtiger Tipp zur Anzucht

Geduld gehört dazu. Manche Samen keimen innerhalb weniger Tage, andere brauchen etwas länger. Die Erde sollte gleichmäßig feucht, aber niemals nass sein. Und nicht jede Saat geht auf – das ist völlig normal.

Gerade mit Kindern ist die Anzucht ein wunderbarer Moment, um zu zeigen, dass Wachstum Zeit braucht. Und dass man nicht alles erzwingen kann.

DIY-Anzuchtwagen: So habe ich meinen Anzuchtwagen gebaut

Für meinen Anzuchtwagen habe ich unseren Rollwagen genutzt, den wir ohnehin schon im Haus hatten – ursprünglich war es unser Bastelwagen für die Kinder. Das hat so wunderbar geklappt, dass ich ihn gleich als Anzuchtwagen umfunktioniert habe.

So habe ich es umgesetzt:

  1. Die LED-Vollspektrum-Pflanzenlampen habe ich von unten an den einzelnen Böden befestigt.
  2. Die Kabel habe ich am Rand der Stangen mit Kabelbindern bzw. Klettkabelbindern fixiert, damit alles ordentlich und sicher verläuft.
  3. Alle Stecker laufen in eine Mehrfachsteckdose.
  4. Da mir Licht auf der oberen Etage fehlte habe ich hier meine Stablampen angebracht.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Anzuchtkästen oder Zimmergewächshäuser von der Größe her gut in den Rollwagen passen. Vor dem Kauf lohnt sich ein kurzer Blick auf die Maße, damit später alles gut passt.

TIPP: Wenn ich heute noch mal alles neu kaufen müsste, würde ich es eher wie unten beschrieben machen.

Wenn ich heute neu starten würde – meine optimierte Variante

Wenn ich mir heute einen neuen Anzuchtwagen kaufen würde, würde ich mich direkt für einen Rollwagen mit vier Etagen entscheiden.

So würde ich es machen:

 

  • Die unteren drei Ebenen würde ich jeweils mit LED-Vollspektrum-Paneelen ausstatten.

  • Die oberste Etage würde ich als Ablagefläche für Erde, Töpfe, Saatgut oder Werkzeuge nutzen.

Gerade wenn man viele Pflanzen vorzieht oder die Jungpflanzen schon etwas größer sind, sind vier Ebenen sehr praktisch. So bleibt alles übersichtlich, flexibel und platzsparend – und man kann die Pflanzen bei Bedarf einfach im Raum verschieben.

Lies hier weiter und erfahre, wie du richtig düngst

Kübelpflanzen richtig düngen – Gemüse auf Balkon & Terrasse optimal versorgen

*Hinweis zu Affiliate-Links:

Die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision vom jeweiligen Anbieter – für dich bleibt der Preis selbstverständlich gleich.

Mit deinem Kauf unterstützt du unsere Arbeit und hilfst uns, diesen Blog weiterzuführen. Wir empfehlen ausschließlich Produkte, die wir selbst nutzen oder von Herzen weiterempfehlen.

Vielen Dank für deine Unterstützung – sie bedeutet uns wirklich viel! 💛

Hinweise zum Urheberrecht

Schreibe einen Kommentar